Seminar für Gruppenanalyse Zürich

Was ist Gruppenanalyse?

Die Gruppenanalyse nach Foulkes geht davon aus, dass der Mensch von Anfang an ein soziales Wesen und damit ein Teil der Gesellschaft ist und von ihr beeinflusst wird. Lange vor dem "intersubjektiven turn" in der Psychoanalyse ging die Gruppenanalyse von einer grundsätzlichen intersubjektiv verfassten individuellen Psyche aus. Gruppen und Individuen bedingen sich wechselseitig.

Die Besonderheit der Gruppenanalyse liegt darin, dass hier sowohl das Individuum in der Gruppe als auch die Gruppe als Ganzes betrachtet wird.

Verschiedene Wissengebiete haben in die gruppenanalytische Theoriebildung Eingang gefunden: neben der Psychoanalyse Freuds vor allen soziologische Ansätze N. Elias und die kritische Theorie der Frankfurter Schule, des Weiteren Erkenntnisse aus der Gestaltpsychologie und der Systemtheorie.

Unbewusstes in Gruppen entfaltet sich vor dem Hintergrund lebensgeschichtlicher Erfahrungen der Teilnehmerinnen und dem Beziehungsnetzwerk (Matrix) der Gruppe. In der Gruppenanalyse sollen diese Prozesse erlebbar und dadurch dem bewussten Erkennen zugänglich werden. Durch Interaktion und Kommunikation in der Gruppe findet „ego-training in action“ statt.

Der Schwerpunkt gruppenanalytischer Arbeit liegt in der Rekonstruktion von Beziehungen, insbesondere im Hier und Jetzt der Gruppe. Ziel der Gruppenanalyse ist die Aufhebung von Kommunikationsstörungen, die zu psychischen Störungen des einzelnen beitrugen. Foulkes ging von einer grundsätzlichen unbewußten Verbundenheit aller GruppenteilnehmerInnnen aus: "Das Ganze ist immer mehr als die summe seiner Teile". Dieser gestaltpsychologische Lehrsatz findet hier seine Bestätigung.

Die Gruppenanalyse wird als psychotherapeutisches Verfahren angewandt, zur Selbsterfahrung in Beratung und Supervision. Die Methode der Gruppenanalyse ist nicht allein auf klinische und psychosoziale Arbeitsfelder beschränkt, sondern wird auch in organisationspsychologischen und institutionellen Arbeitsfeldern mit Erfolg angewandt.